Bild links: Iglu-Unterkünfte auf dem Nebelhorn in Oberstdorf

19.12.15 - 02.01.2016

Abends am 18. Dezember stand unser Wohnmobil tatsächlich abfahrbereit vor der Tür. Klamotten im Fahrzeug, Proviant gebunkert, Frischwassertank gefüllt, Toilette startklar, Technikcheck absolviert. Es grenzte an ein Wunder. Kurz bevor wir ins Bett gehen wollte, bat Carola noch darum ein weiteres Paar Schuhe im Womo zu verstauen - und dann passierte das Unvorstellbare. Der Zentralschlüssel brach ab :-((

Der Reisebeginn schien in weite Ferne zu rücken. Aber Dank eines sehr netten Schlüsseldienstes (24,- €) konnten wir dann doch, nur leicht verspätet, am Samstagmorgen starten. Erstes Ziel sollte ein Stellplatz (siehe Stellplatztipps) am Rande Nürnbergs sein, denn wir nach einer entspannten Fahrt gegen 15 Uhr erreichten - "Der Brezn'Wirt" . Super nette Begrüßung und einen ersten fränkischen Roten in der dazu gehörigen Wirtschaft genossen. Das Essen dort superb - Oberfränkische Küche vom Feinsten, zu verbraucherfreundlichen Preisen. Wird für uns sicher eine feste Anlaufstelle für Fahrten in den Süden werden! Unbedingt frühzeitig reservieren.

Gut gelaunt brachen wir gegen 8 Uhr in der Früh in Richtung Oberstdorf auf. Mit jedem zurückgelegten Kilometer wurde das Wetter besser und Oberstdorf begrüßte uns mit einem wolkenlosen Himmel, aber ohne Schnee. Dies sollte bis zu unserer Abreise am Neujahrstag so bleiben.

Auf dem ausgewählten Stellplatz (siehe Stellplatztipps) Fahrzeug ausgerichtet und einen ersten Bummel ins Dorf. Erst da gewahrten wir, das in der nächsten Woche das Eröffnungsspringen der Vierschanzentournee beginnen würde. Spontaner Entschluss - wir bleiben länger, als geplant. Darüber hinaus lernten wir schon am ersten Tag ein Womo-Paar aus Weinheim kennen, mit denen wir verabredeten, gemeinsam Sylvester zu verbringen. Zu Oberstdorf ist sicher schon so viel geschrieben worden, dass ich versuchen werde, Wiederholungen zu vermeiden. Nur so viel: In den Tagen unseres Aufenthaltes schien der Ort so ein klein wenig auf "Kitzbühl" machen zu wollen. Die Preise in den Restaurants waren offensichtlich anlässlich des Großereignisses flächendeckend erhöht worden (bis zu 25% !!!). Aufgrund des Schneemangels wurde es auf den Strassen des Örtchens zunehmend voller, wobei wir den Eindruck hatten, den Altersdurchschnitt noch zu senken. Eine ältere Dame erläuterte uns in einem Gespräch, das Bayern und insbesondere Oberstdorf zunehmend zu einem Magneten für ältere Bundesbürger wird, die sich dort vor allem aus einem Grund niederlassen würden:

In der Regel gibt es dort keine Wartezeiten für einen Arztbesuch - Rock me Amadeus -

Dennoch haben wir den Urlaub genossen, nette Menschen kennengelernt (an erster Stelle seien Renate und Walter genannt) und das Gefühl, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben.