Mit dem Womo nach Südspanien und Portugal (1. Teil)

Der Sommer und die Wärme hat Deutschland verlassen. Das Klima wird kälter und färbt auf die Menschen ab - also nix wie weg. Start in Berlin am 9. Oktober 2016.

Das brauch ich nicht!

Dies schon eher - also auf nach Portugal. Hoffe auf eine erlebnisreiche Reise und tolle Begegnungen - auch mit mir selbst ;-))

9. Oktober 2016

 

Am Sonntag leckere hessische Bratwurst von meiner Schwester kredenzt bekommen. Übernachtung wie immer auf dem empfehlenswerten CP Marburg-Lahnaue (Grüsse an die Inhaber). Montag weiter Richtung Süden. Eigentlich war ein Zwischenstopp in Wiesbaden geplant, aber meine Freundin Anita war leider nicht erreichbar. Auf der Raststätte Wetterau ein fast vergessenes Wesen aus den 70iger Jahren - eine Tramperin! Alice aus Neuseeland - eine beeindruckende, empathische Frau. Besser kann mein Trip nicht beginnen (Selfie von uns folgt)

10. Oktober 2016

 

Nachdem ich Alice bei ihrem Freund in der Nähe von Offenburg abgeliefert hatte (eigentlich schade), fuhr ich den ausgesuchten SP in Breisach am Rhein gegen 17:45 Uhr an. Vorher wunderbare Eindrücke bei der Fahrt durch den Kaiserstuhl (da müssen wir unbedingt noch einmal hin - Hinweis an meine Gattin). Großes Areal direkt am Fluss und fussläufig zur Innenstadt, aber leider ohne Stromanschlüsse. Brauchte ich auch nicht, dennoch nicht nachvollziehbar. Achtung: Beim Parkautomaten passendes Kleingeld dabei haben. Kosten pro Nacht: 6,- € Schiebst du aber einen 10 €-Schein ein, behält dieser die restlichen 4 € !!! Abends noch einen kleinen Imbiss beim Türken - Kebab & türkischen Rotwein (sehr lecker) für 8.50 € und mit Amy (unser Retriever) einen Nachtspaziergang den Rhein entlang. Den obligatorischen Absacker im Womo und dann ab ins wohlriechende Nachtlager.

 

Der Wechselrichter funktioniert und der Kaffee läuft durch. Ein wunderbarer Morgen, mit einer Ausnahme:

Ein braungebrannter, ziemlich frustriert ausschauender, fusslahmer 75jähriger Wohnmobilist macht mich morgens um 8:20 Uhr darauf aufmerksam, dass in Breisach Hundeleinenzwang besteht. Habe mich für den Hinweis bedankt und erwidert: Isch weiß, wo dein Womo wohnt!

Auf nach Freiburg, wo Susanne Lust auf ein Dinner mit mir hat. Um 12 Uhr einen tollen Platz auf dem Womo-SP in Freiburg ergattert. Die Sonne scheint und ich genehmige mir ein Gläschen Vinas Vero Somontano - Das Leben ist schön!

11. Oktober 2016

 

Mit Amy und dem Fahrrad ins Stadtzentrum von Freiburg - kein Problem in dieser fahrradfreundlichen Stadt. Später bei "Tizio" (Italiener) mich mit Susanne getroffen. Wir genoßen die Gamberoni bei leckerem Vermentino di Sardegna.

Die Heimfahrt gestaltete sich etwas schwierig, weil mein Führungshund ein wenig die Orientierung verlor. Nette "Nachtwandler" wiesen uns dann aber den rechten Weg.

12. Oktober 2016

 

Eigentlich sollte es heute Richtung Frankreich gehen. Am Abend zuvor hatte ich versucht noch Nachrichten zu schauen, aber meine Sat-Anlage streikte.

Kam nach dem Frühstück mit einer Womo-Nachbarin aus dem Ruhrgebiet ins Gespräch und als sie von meinem Maleur erfuhr, gab sie mir den Tipp, doch mal ihren Mann anzusprechen. Das Ergebnis: Bis Nachmittags versuchte er der Fehlerursache auf die Spur zu kommen (unzählige Telefonate mit dem Service von ten Haaft eingeschlossen) - ich kann jetzt RTL schauen. Super geil. Also fiel der Entschluß, die Reiseroute zu ändern und morgen ten Haaft in Keltern aufzusuchen. Was solls. 

 

13. Oktober 2013

 

Gegen 9 Uhr startete ich gen Kelten zu ten Haaft. Wohlweislich meldete ich mich nicht vorher telefonisch an (Wartezeit 6 Wochen auf einen Termin zur Zeit). Durch etliche Staus gezwungen, genoß ich bei sonnigem Wetter die Landschaft abseits der A5.

5 Minuten vor der Mittagspause konnte ich einchecken und traf nur auf ausgesucht höfliche und nette Mitarbeiter, die nichts anderes im Sinn zu scheinen hatten, meinen Trip zu retten. Danke ten Haaft und dem Servicetechniker !!!

 

Also zurück nach Freiburg, müsste bis 16 Uhr zu schaffen sein. Ab Brühl Vollsperrung der A5 und das Navi hängte sich auch noch auf. Irgendjemand scheint mich festzuhalten. Angekommen suchte mir der Stellplatzbesitzer persönlich einen der letzten Stellplätze mit vernünftigem WLAN- und Fernsehempfang und wies mich ein. Alles top! Gerade Spagetti mit der wunderbaren Pesto meiner Frau genossen, werde ich mich jetzt um die morgige Route kümmern. Guts Nächtle ;-))

Amy auf der blauen Brücke, Susanne eine wunderbare Freundin und Freiburgs Kneipenszene im Abendlicht.

14. Oktober 2016

 

Offensichtlich wurden meine heutigen Eintragungen nicht gespeichert. Hier in Kurzform mein Tagesverlauf. Der Morgen erwacht, mein Hund auch, aber ich liege wie erschlagen in meiner Koje. Eine erste Dröhnung Koffein und ich sehe klar. Ruhetag - verlängern und Dinge erledigen, zu denen ich vorher keine Zeit fand. Vorräte ergänzen (Wasser, Gas, Lebensmittel, Alkohol) und mal eine Zeitung lesen. War ja fast von der Außenwelt abgeschnitten ohne TV. Scheint ja dennoch alles seinen Lauf zu nehmen. Die Aussichten waren wohl schon einmal besser. Bin aber nicht unterwegs um die Welt zu retten, sondern meiner Egozentrik zu huldigen. Also fuhr ich (natürlich mit dem Fahrrad) gegen 18 Uhr noch einem Geheimtipp folgend in die Freiburger Altstadt, um das angeblich beste Schnitzel hier zu probieren. Ich habe es nicht bereut - und Amy freut sich schon auf den morgentlichen Leckerbissen (von dem sog. kleinen Schnitzel hat sich früher eine Gr0ßFAMILIE eine Woche lang ernährt!). Morgen früh, so mein Womo will, starte ich gen Clermont Ferrand.

Ein letzter Gruß aus Freiburg und ein Dankeschön an das Team vom "Goldener Anker" in der Uhlandstrasse 13.

Hingehen !!!

15.10.2016

 

Meine Fahrt Richtung Süden führte mich über Mulhouse, Besancon zunächst zur nächsten Zwischenübernachtung auf dem städtischen SP inParay-le-Monial. Der SP (nur ein Stromanschluß, dafür kostenlos) liegt direkt am Rand der historischen Altstadt, mit vielen netten Restaurants und Bars.

 

16.10.2016

 

Heute geht es Richtung Clermont-Ferrand um die mautfreie A75 zur Mittelmeerküste zu erreichen. Der Tag begann neblig, sollte aber nicht so bleiben. Nicht vergessen, Schwester zum Geburtstag gratulieren ;-))

Die morgentliche Atmosphäre war betörend. Immer wieder Nebelfelder, in die ich direkt reinfuhr, oder sie aber in einer Talsenke sah. Dazu das morgendliche Sonnenlicht von hinten, welches der Landschaft etwas unwirkliches verlieh. Und immer wieder tauchten plötzlich aus dem Nichts weiße Rinder auf. Gott sei Dank nicht auf der Straße, sondern auf den angrenzenden Weiden. Die Strecke ist geplastert mit einladenden Rastplätzen, die zur Pause einladen. Viva le France!

Das impossante Brückenviadukt in Millau habe ich wegen der Maut umfahren, werde ich aber auf der Rückfahrt nachholen. gegen Abend erreichte ich dann le Cape d' Agde. Der avisierte CP hatte einen Tag vorher geschlossen, daher wich ich auf den nahegelegen SP aus. Eine gute Wahl. Sehr gepflegt, aber auch ohne Stromanschluss. Fehlte mir aber nicht. Der neue Wechselrichter an Bord funktioniert tadellos - und Dank der Solarpanels verfügen die Bordbatterien immer über genügend Power. 

17.10.2016

 

Vor Abfahrt die Location le Cap de Agde angeschaut. Im Sommer muss hier der Bär steppen. Aus meiner Sicht ein Ort zum Abgewöhnen. Alleine die Vorstellung hier 14 Tagen in einem der unzähligen Hotels oder Apartementanlagen verbringen zu müssen, treibt mir Scheißperlen auf die Stirn.

18.10.2016

Spanien ist heute mein Ziel. Das Wetter so la,la, aber was solls. Zum Fahren ideal. Die Strecke kenne ich schon vom meinen Fahrten zum Fährhafen von Barcelona, bin aber erstaunt über den baulichen Fortschritt des Ausbaus der A9 auf spanischer Seite. Endstation soll ein CP in Malgrat de Mar sein.

19.10.2016

 

Über Figueres (Geburtsort von Dali - leider war das Museum geschlossen) weiter nach Malgrat de Mar.

Bin dort den ASCI-CP El-Pins angelaufen. Schöner Platz und sehr ruhig. Um die Ecke ein gutes Restaurant, was überraschender Weise auch geöffnet hatte. Seezunge für 12,- €uro und danach noch als Tapas eine Portion Calamares incl, 1ltr. Vino Blanco, alles für 23,-€, wwer will da meckern.

20.10.2016

 

Ich glaub es kaum, aber nach einem längerem Gespräch mit der Hotline von Netgear bin ich jetzt im Netz. In der Nacht hat es heftig geregnet. Entsprechend bescheiden zeigt sich der heutige Tag wettermäßig. Kühler und ohne Sonne. Hoffentlich kein schlechtes Omen für die weitere Reise. Werde den Tag nutzen, um Einkäufe zu tätigen und liegengebliebene Hausarbeit (ja - auch das gibt es im WOMO-Leben) zu erledigen. Im Moment sieht es rund um das Womo wie nach einem Sturm aus. Zur Zeit werden die Bäume beschnitten - mal sehen ob die Betreiber hier Kulanz walten lassen. Seit heute morgen rattert der Generatur für die Baumschneidemaschinen

21.10.2016

 

Eine wirklich kalte Nacht "überlebt". Auch der heutige Tag taugt eigentlich nur zum Fahren. Nach einer kurzen Planung war der Entschluß gefasst, Andalusien ich komme. Die Fahrt auf der mautfreien A7 (Autovia) gestaltete sich problemlos. Einzig der stetige Nieselregen trübte das Vergnügen. Valencia habe ich ausgelassen (Der Himmel war Mittags schwarz wie die Nacht und es goß aus Kübeln. Also Kilometer in der Hoffnung machen, die Sonne und Wärme einzuholen. Das gleiche Mistwetter in Alicante, Murcia und Cartagena. Fast wäre ich umgedreht mit neuem Ziel Sizilien (Gruß an Herby und Uli), aber 2300km Retour? Da hätte ich mich selbst für verrückt erklären müssen. Und dann das erhoffte Wunder - die Sonne kam raus und ein Blick auf die Landkarte weckte meine Erinnerung an einen Stellplatz, von dem viele in den unterschiedlichen Foren schwärmen: Vera - Camperpark "Oasis al Mar". Ein Traum von SP, zwar knapp 2km vom Meer entfernt, aber mit einer traumhaften Aussicht. So einen gepflegten Platz muss man suchen. Der Platz ist leicht terrassiert und bietet Platz auch für 50 ( auch große) Wohnmobile. Ver- und Entsorgung sind als vorbildlich zu bezeichen. Es gibt sogar die Möglichkeit, sein Womo zu waschen. Waschmaschine auch vorhanden. Vom Platz aus kann man tolle Radtouren auf Fahrradwegen durchführen. Ich bevorzuge derzeit die Variante, tagsüber direkt am Meer zu stehen (Vom Platz aus in Richtung Vera und dann Villaricos fahren. Am Kreisverkehr vor der Repsol-Tankstelle rechts abbiegen - in der Ferne sieht man schon etliche Womos stehen. Einige übernachten dort auch - offernsichtlich mit Duldung der Guardia Civil, zumindest wenn abends keine Stühle und Tische draußen stehen (Entfernung von meinem SP ca 2,5km).  Ich bevorzuge den SP, der ist abends abgeschlossen und durch Video gesichert. Man kann aber jederzeit den Platz verlassen. GPS: N 37° 13' 37"  W 1° 49' 40"

Hier die ersten visuellen Eindrücke vom SP und der wunderschönen Umgebung in Vera (Andalusien)

 

Jetzt steht relaxen und baden im Mittelpunkt meiner täglichen Geschäfte. Habe erstmal bis 28.10.16 den Platz gebucht (9,-€/Strom 3,-€ täglich).

24.10.2016

 

Bin jetzt schon mittlerweile den 4. Tag hier und es gibt überhaupt keinen Grund zur Zeit weiterzufahren. Rundherum ist es am regnen. Die Gegend hier wird nicht umsonst auch als das Kalifornien von Europa genannt. Mittags in Villaricos, einem Nachbardörfchen eine Kleinigkeit gegessen. Calamares fritos, dazu ein Gläschen Vino Blanco und zum Abschluss ein Espresso - das Ganze für 7,- €.

Impressionen aus dem Paradies

25.10.2016

 

Entgegen den Prognosen begann der Tag eher grau. Dies sollte sich bis zum Abend auch nicht ändern. Aber kein Vergleich zum Wetter in Deutschland. Warm und ab dem Nachmittag schwülwarm - gefühlte 30° C

 

Zunächst mit Amy eine 2-stündige Fahrradtour durch die Pampa. Danach mit dem Womo quer durch unwirklich erscheinende Landschaften, die sich abwechseln  mit Orangen- und Zitrushainen, dazwischen weites Brachland, verfallene Gehöfte und immer wieder kann man einen Blick von einer Anhöhe auf die Küste erhaschen. Ganz in der Nähe gibt es eine Touristenattraktion: "Desert Springs" - eine in den 60iger Jahren erschaffene Filmkulisse, wo viele namhafte Western produziert wurden (siehe nachfolgende Bildgalerie). Eine Besichtigung selbiger habe ich mir aufgrund des hohen Eintittspreises erspart - aber ich war zumindest vor dem Eingang. Viel schöner war der Blick von dort oben auf die imposante Landschaft und das Erlebnis, zum ersten Mal mit dem "Hinterteil" des Womos aufzusetzen - aber nix passiert. Danach noch kurz den zweiten Stellplatz von Vera inspiziert und anschließend einen Spaziergang durch das gleichnamige Örtchen unternommen. Danach war eine gründliche Wäsche des Carthagos notwendig. 

 

Der SP füllt sich langsam und ich habe noch einmal bis Sonntag verlängert. Hoffe noch auf ein paar sonnige Badetage und Flamengoabende, bevor ich am Montag, den 30.10.16 Richtung La Linea d.I.C (kurz vor Gibraltar) starte. Dort habe ich eine Verabredung mit dem Leiter des Tierheimes, aus dem Amy stammt.

26.10.2016

 

Heute beginnt der Tag mit Ringelnatz: " Ich bin knallvergügt aufgewacht und habe dabei an Dich gedacht..."

 

Eine weitere Tropennacht (über 20°) kann abgehakt werden. Zunächst sonnig und dann weit bis in den Nachmittag hinein diesig, gestaltet sich derzeit das Wetter. Aber alleine die Wärme und der Blick auf die Wetterkarte von Deutschland, lassen jede Kritik verstummen. Siesta erneut in Villaricos und Calamares fritos genossen. Den übrigen Tag werde ich damit verbringen, kleinere Reparaturen am Womo und Fahrrad durchzuführen. 

27.10.2016

 

Heute Nacht ist es passiert -ich wurde überfallen

Ein kleiner, als Clown maskierter, maximal 16 Jahre alter Spanier, hatte zunächst Amy mit einer Leberwurst aus dem offenen Womo gelockt und mir dann seine kleinen Wurstfinger in die Nasenlöcher gesteckt und mir unmissverständlich zu verstehen gegeben, den Standplatz unverzüglich zu verlassen. Im Moment als Amy Ihr Versagen bemerkte und auf den Eindringling los wollte, holte ich zu einem gezielten Faustschlag aus, blieb im Vorhangstoff des Womofensters hängen - und erwachte. Gott sei Dank nur ein Traum!

 

Der Morgen ebenfalls. Ein traumhafter Sonnenaufgang kündigte einen eben solchen Tag an. Der Hundespaziergang um 7:45 Uhr erfolgte noch in Dunkelheit (Sonnenaufgang hier erst gegen 8:30 Uhr). Danach Frühstück, bevor die Fliegen aufwachen und gegen 10 Uhr war ich vom "Hof".

 

Ausflug nach Garrucha und Mojàcar ans Meer. Überall traumhafte Buchten, wo man zu dieser Zeit problemlos mit dem Womo mit unverbautem Blick aufs Meer stehen kann (siehe nachfolgende Bilder). Gegen 14 Uhr schon fast mein obligatorischer Besuch in der Tapasbar in Villaricos. Danach noch Sonne tanken und ab zurück auf den Stellplatz. Heute Abend kleine Weinprobe beim Stellplatznachbarn.

28.10.2016

 

Für heute war ein kleiner Ausflug an den Teil der Costa Levante geplant, den ich bei meiner weiteren Fahrt sonst nicht sehen werde. Zunächst wollte ich mir den alten Ortskern von Mojàcar anschauen. Die Durchfahrt war wegen aktueller Strassenarbeiten leider für mein Womo gesperrt.

Blick von Mojàcar in die Weiten Andalusiens
Blick von Mojàcar in die Weiten Andalusiens

Über etliche Kilometer zieht sich dann die urbanisierte Uferstrasse des Küstenortes (fest in britischer Hand, zumindest deuten die vielen englisch sprachigen Reklameschilder für Restaurants und Geschäfte darauf hin) bis ein mittelalterlicher Turm, der Torre del Pirulico links auftaucht.

Castillo de Macenas (schöner Bade- und Womostellplatz)

Hier fängt auch der "Parque  Natural Cabo de Gata-Nijar" an.

Danach windet sich die AL-5105 in atemberaubenden Serpentinen Richtung Sopalmo den Berg hinauf.

Danach erreichte ich die kleine Industriestadt Carboneras.

Carboneras

Dort war dann auch mal wieder ein Haarschnitt notwendig (schneiden incl. Kopf-und Nackenmassage 9,-€)

Auf der Rückfahrt Siesta direkt am Strand - so muss das Paradies annähernd aussehen !

Das wars für heute. Morgen noch eine Ruhe- und Versorgungstag und dann geht es weiter Richtung Malaga. Buenos Noches

29.10.2016

 

Vera hält mich fest.

 

Aber dazu später. Ein (mal wieder) toller Sonnenaufgang begleitete Amy und mich auf unserer obligatorischen ersten Entsorgungstour (Amy Pipi, etc. ich Müll entsorgen). 

Heute die entgegengesetzte Richtung an der Küste auf der AL 7107 Richtung San Juan de los Terreros gefahren, auf der Suche nach einem geeignetem Badeplatz.

Vorher galt es Abschied zu nehmen von Monika und Stefan aus der Pfalz- man sieht sich immer zweimal !

Danach kurzer Einkauf im Supermarkt - meistens steuere ich die Weinabteilung an und stelle am Schluss fest, dass Lebensmittel vielleicht auch sinnvoll wären. Die Fahrt danach auf der Al-7107 war ein Erlebnis. Manchmal schien es, als führe die Straße direkt in den Himmel, bei der nächsten Kehre direkt ins Mittelmeer.

Wer will, findet hier überall Plätze, wo man alleine und ungestört die Natur genießen kann. Manchmal kontrolliert wohl die Guardia Civil - Stuhl oder Liege rein und schon parkt man "nur". Ätzend sind die Womofahrer, die auf Teufel heraus frei stehen wollen und entsprechend auch ihre Spuren hinterlassen (Grauwasser, Chemietoilette, Müll, etc.). Dadurch wird es immer schwieriger autark an schönen Stellen zu verweilen. Alle die nicht so denken und handeln, sollten solche Menschen ansprechen und wenn sie wenig Einsicht zeigen, anzeigen. 

Zurück auf dem Stellplatz noch auf Einladung des "Chefs" Wolfgang einen köstlichen Rosè genossen und dabei tiefgründige Gespräche geführt, nette Bekanntschaften mit anderen Wohnmobilisten geschlossen und mit meiner Liebe entschieden, hier im nächsten Jahr Weihnachten und den Jahreswechsel zu verbringen. 

Vera hält mich, weil das Wetter unglaublich schön, die Küche Andalusiens exquisit und die Menschen, denen ich bisher begegnet bin, eine Offenheit und Herzlichkeit zeigen, die ich nicht mehr gewohnt war.

 

30.10.2016

 

Hoffe, ich langweile Euch nicht, aber - heute morgen ging schon wieder die Sonne auf. Da ich so früh morgens außer Amy zur Zeit keinen Ansprechpartner habe, sprach ich zu mir, mach was aus dem Tag. Und das andere Ich stimmte zu. Diesmal nur ein kleines Frühstück, einen kräftigen Kaffee (habe natürlich viel zu wenig davon mitgenommen, typischer Planungsfehler), Amy ausgeführt, danach meinen Luxuskörper mit einer letzten Dusche auf dem Stellplatz in Vera verwöhnt und es konnte los gehen. Halt - Entsorgung war noch angesagt. Dazu war ich am Abend zuvor nicht mehr gekommen, weil der Stellplatz-Chef Wolfgang den ganzen Tag den Platz besetzte, um sein Luxusmobil zu waschen. Ist aber auch wirklich ein schönes Teil. Leider kein Foto gemacht, aber Kenner wissen um die französische Marke Estoril. Und dann natürlich noch die Verabschiedungsrituale - schön wars.  Stellvertretend für die anderen netten Bekanntschaften ein Gruß an Siegrid und Günt(h)er aus Fallingbostel. Passt auf Euch auf - wir sehen uns bestimmt wieder!!!

Fahrtziel: Gegend um Malaga

Route: Von Vera bis Almeria auf der Autovia A7 (die Küste hatte ich zuvor ja schon teilweise bereist). In Almeria runter auf die A340. War aber keine wirklich gute Entscheidung, da die Gegend zum Teil bis ans Wasser der Obst- und Gemüseversorgung großer Multikonzerne dient. Aldi, Lidl und Co lassen grüßen. Hier sollte jeder mal hin, wenn er wissen will, unter welchen Bedingungen die Produkte gedeihen, die wir alle wohl zu sorglos kaufen. Das Wasserproblem in Südspanien ist vor allem auf diese expandierende Wirtschaft zurück zu führen. Deshalb erneut auf die A7 bis Adra und dann wieder weiter auf der A340. Mit jedem km wurde das Fahrerlebnis eindrucksvoller. Rechterhand die imposanten Ausläufer der Siera Nevada (habe ich mir für nächstes Jahr aufgehoben - und dann mit meiner Frau) und links immer wieder das Mittelmeer. Wenn die Zeit vorhanden, lohnt es allemal kleinere Küstenorte aufzusuchen. Herrliche, fast unberührte Strände erwarten einen. Eine Übernachtung sollte dort immer noch problemlos möglich sein. Öffentliche Mülltonnen stehen zur Entsorgung überall ausreichend zur Verfügung. Castell de Ferro nicht auslassen. Almunicar wirkte schon wieder etwas touristischer. Almayate unbedingt umfahren. Alle 50m kommen die für spanische Ortschaften typischen Fahrbahnschweller, meistens an Fußgängerübergängen oder einfach auch nur so, um die Geschwindigkeit der durchfahrenden Fahrzeuge zu drosseln, von den unzähligen Kreisverkehren mal abgesehen. Befinden uns jetzt an der Costa Tropical. Palmen und blühender Oleander (Ende Oktober) säumen den Weg und rauben einem schier die Sinne. Man ist das schön hier. Endstation für heute der  CP ValleNizaPlaya in Benajarafe.

Einfach zum Genießen

La Farola, Malaga
La Farola, Malaga

31.10.2016

 

Heutiges Ziel soll der SP in Estepona sein (GPS: N36° 24' 51.0" W5° 09' 37.0"), den auch das Ehepaar Kügler in der Womo-Reihe, Band 47 "Mit dem Wohnmobil nach Südspanien" beschreiben. Sicher ein nützlicher Helfer, wenn man Anregungen und Orientierung für seine Reise benötigt.

Bis Malaga befuhr ich die A340. Tipp: Dort parkte ich kurz vor dem neuen Landungsterminal im Hafen am alten Leuchtturm "La Farola". Entweder legt man dort eine Badepause am schönen Strand mit Blick auf Malaga ein, oder besucht von dort aus mit den Fahrrädern den nahen historischen Altstadtkern.

Ab Malaga nutze ich erneut die mautfreie A7, die vierspurig aus der Stadt führt !!!

 

In Mijas legte ich einen Zwischenstopp ein, um im Carrefour-Supermarkt günstig meine Vorräte aufzustocken und zu tanken (grundsätzlich eine gute Gelegenheit in Spanien einzukaufen - wird in der Regel groß und sichtbar auf Reklametafeln an der Autovia angezeigt).

 

Natürlich ließ ich es mir nicht nehmen, auch einen Blick auf den Ort der Reichen und Schönen zu werfen: Marbella

Natürlich gab es dort keine vernünftige Parkmöglichkeit für mein Womo, aber was solls. Urlaub wollte ich dort ohnehin nicht machen. Danach steuerte ich den schon erwähnten SP bzw. Womo-Badeplatz an. Große Verbotsschilder "No Camping" kündigten schon an, dass dort offensichtlich keine Womos geduldet werde. Darüberhinaus habe ich noch nie einen derart hässlichen Platz gesehen. Dennoch standen dort drei Womos, deren Besitzer offensichtlich die Nähe zu den zahlreichen Bars und Restaurants am Strand schätzen - so jedenfalls die Aussage eine Womofahrers aus Kiel. Na ja - wem es gefällt und wer den Nervenkitzel liebt, von der Guardia Civil gestört zu werden ;-))

 

Ich jedenfalls nahm reißaus und fuhr ein paar Kilometer zurück auf der A7 Richtung Marbella. Zwischen km 162 und 163 (gut ausgeschildert) checkte ich auf dem kleinen, aber gemütlichen ASCI  CP "Parque Botànico Tropical, S.L. ein. Treffer! Womos mit mehr als 7.50m Länge dürften ihre Schwierigkeiten bekommen, einen Stellplatz anzufahren, aber der CP strömt Flair aus, verfügt über einen kleinen, überdachten Pool mit einer konstanten Temperatur von 27°(herrlich), einem sehr netten Betreiber und einem sehr guten kleinen Restaurant. Habe ich am Abend ausprobiert und wurde nicht enttäuscht. Seezunge in Champagnersoße mit Beilagen = 14,- €. 

 

Werde den kommenden Tag noch verbleiben und dann meinen Weg fortsetzen.

Nachfolgend ein paar Eindrücke von der heutigen Tour.

 

 

Strand am La Farola, Malaga

Bilder von oben nach unten und rechts nach links:

1. und 2. Mijas und Supermarkt Carrefour (ja nicht mit dem Womo auf den Parkplatz fahren! Ihr kurbelt Euch den Ast ab und findet eh keine Parkfläche - also außen einen Platz suchem). 3. Kirche gegenüber des Supermarktes. 4. Privater Kreuzer im Hafen. 5. Blick auf die Altstadt von Malaga. 6. dito. 7. Einfahrt Marbella (so sieht meine Einfahrt in Berlin- Steglitz fast auch aus - siehe Bild nach diesen Erläuterungen). 8. - 13. Impressionen Marbella. 14. und 15. Mein Platz auf dem CP in Estepona. 16. und 17. Restaurant und Seezunge in Champagnersoße

Meine Hofeinfahrt in Berlin-Steglitz-

 

So zeigt man potenziellen Einbrechern den Stinkefinger !

Danke an meine Liebe, die nicht nur arbeiten, sondern auch unser Haus bewachen muss. Das kann ich nicht wieder gut machen - es sei denn, ich finde den ultimativen Überwinterungsplatz.

01.11.2016

 

Unglaublich. Noch immer laufe ich in Flip Flops und kurzen Hosen herum. Dieser Morgen begann etwas anders als sonst. Erstens war der von der A7 ausgehende Straßenlärm doch sehr störend, so dass ich schon gegen 7 Uhr senkrecht im Bett stand. Gott sei Dank genug Kopfhöhe im Carthago ;-)) Und dann fielen leise die ersten zarten Regentropfen. Die Entscheidung fiel mir nicht schwer, sofort alles ins Trockene zu bringen und die Fahrt fortzusetzen. Natürlich nicht ohne vorher noch einmal mutterseelenallein das Schwimmbad zu nutzen, den Körper zu verwöhnen (nicht was Ihr denkt, nein - waschen, rasieren, Zähne putzen, etc.) und Amy Auslauf zu gewähren. Auf sie sollte heute ja noch ein harter Tag zukommen - Besuch des Tierheims in La Linea, aus dem sie stammt. 

Immer noch der 1. November

 

La Linea war das erste Ziel. Nach entspannter  Fahrt erschien am Horizont schon der imposante Felsen von Gibraltar, noch leicht von Wolken umhüllt. Das Wetter wurde aber immer besser. Die Fahrt in die "britische Kolonie" habe ich mir erspart - eine endlose Schlange vor der Grenzkontrolle (mitten in Europa) ließ mich direkt das Tierheim anfahren, den Felsen immer im Blick. Da mein Garmin-Camper Navi mit speziellen Anforderungen nicht zurecht zu kommen scheint, griff ich auf Steinzeitmethoden zurück - anhalten und lebendige Menschen fragen. Nach kurzer Zeit hatte ich die richtigen Infos und gegen 14 Uhr erreichte ich das Tierheim der Organisation "Prodean Animalinneed.com" in der Torrenueva 99.

Zunächst erstmal Danke an "Don Pedro" (war früher mal Holländer ;-)), wollte dann eigentlich Italiener werden, lernte aber eine Schweizerin kennen und blieb hier hängen, obwohl er viele Dinge in Spanien, wie Stierkampf und Jäger nicht mag, aber den König liebt. Na ja - Holländer haben es im Gegensatz zu uns Deutschen einfacher - die haben noch eine Monarchie.  "Don Pedro" steckt sein privates Geld in den Unterhalt des Tierheimes, verdient keinen einzigen Gulden, läßt aber dafür seine Partnerin in ihrem Antikladen schuften. Toller Typ. Hi Don Pedro - Chapeau. man sieht sich immer zweimal im Leben!

 

Ach übrigens - Danke, dass Du nicht versucht hast mich zu überreden, einen Hund mitzunehmen. Ich wäre weich geworden !!!

Mein Platz für heute: Camping Roche Conil de la Frontera

02.11.2016

 

Was für ein Tag - bis vor 10 Minuten brannte mir noch die Sonne auf den Pelz und das mit 26° im Schatten.

Aber der Reihe nach.

Nach dem Frühstück erblickte ich hinter mir diese vorbildliche V/E - Stelle für Wohnmobile, sogar mit einer Waschanlage versehen. Das konnte ich unserem Womo nicht vorenthalten. Danach waren wir gewappnet für den morgen gesehen Törn nach Faro/Portugal. Aber der Tag wollte genossen werden.

Etwa 2,5 km vom CP entfernt lockte der Atlantik und ich wurde fündig. Ein Traumbadestrand- und Womostellplatz an der Cala del Aceite. Zunächst "parkte" ich das Womo (siehe nebenstehendes Foto) und erkundete zu Fuß den weiteren Weg. Machbar - also zurück und bis zu den Klippen meines Traumstrandes gefahren.

Diese Treppen führen hinab direkt ins Paradies!

Ein Strand für mich und Amy ganz alleine.

Die nachfolgenden Bilder sprechen für sich ...

Tipp

Auf der CA3208 von Conil de la Frontera kommend auf die CA4202 abbiegen. Bei km 3 erneut links abbiegen und dem Camping-Schild folgen.

 

Zum CP Roche auf der CA3208 von Conil de la Frontera kommend bei km 1 links abbiegen. Alles gut ausgeschildert.

Gehe jetzt essen. Bericht folgt morgen.

Nein, Stantepete, also sofort. Um 19:45 Uhr schloss das Restaurant seine Pforten. Ich war also zu spät. Was hatte ich falsch gemacht. Eigentlich nichts, denn der Spanier pflegt das Cena (Abendessen) nicht vor 21 Uhr zu beginnen. Was ich nicht bedacht habe, der CP hier wird von Dauercampern aus NL und D dominiert. Die kochen meist selber im Wohnwagen oder Mobil oder gehen schon um 17 Uhr essen, weil um 19 Uhr noch einmal der Arzt vorbei kommt um nachzuschauen, ob auch die Stützstrümpfe wie verordnet, angelegt wurden. An den Spülbecken drehen sich die Gespräche der Beteiligten hauptsächlich um die vergangene Nacht, die durchgestanden wurde und darüber, das früher in Deutschland alles besser war. Möchte mich nicht lustig machen über das Klientel hier, aber Lebensfreude sieht anders aus. Die Vorstellung, hier (auf anderen CP in Spanien soll es nicht anders zugehen) zu überwintern, lässt mich erschaudern, gerade auch, weil ich ja gar nicht viel jünger bin als die, von denen ich berichte. Mein Nachbar, ein netter Kasselaner, betreut rund um die Uhr seine offensichtlich an Demenz oder Alzheimer erkrankte Frau, während gegenüber von mir ein ca. 70-jähriger Mann aus Holland sich seit Stunden versucht, mit einer Nagelschere seiner Frau, die immer noch attraktiv wirkend der Sonne huldigt, seine Brusthaare zu kürzen. Zusammengefast: Hier boxt der PAPST.

o3.11. 2016

 

Von Estepona ging es zunächst Richtung Sevilla. Wie so oft auf dieser Fahrt habe ich Höhepunkte ausgelassen, da ich diese nächstes Jahr mit meiner Frau (Carola) erstmalig gemeinsam genießen möchte. Deshalb bin ich nur einmal quer durch Sevilla gefahren, um einen ersten Eindruck zu erhaschen. Danach war klar, für diese Stadt werden wir uns im nächsten Jahr mindestens 3 Tage Zeit nehmen! Ein paar vorbeihuschende Eindrücke findet ihr in der nachfolgenden Bildergalerie. Da ich meine Liebe telefonisch und über WhatsApp nicht erreichen konnte, beschloß ich noch einmal kurz vor der portugiesischen Grenze zu übernachten. Denn meine spanische Vodafon-Karte würde ja wohl in Portugal nicht funktionieren - und keinen Kontakt mehr am Abend, das geht ja überhaupt nicht ;-)) Leider fand ich keinen vernünftigen Stellplatz für die Übernachtung, also steuerte ich den letzten ASCI-Platz vor der Grenze an: CAMPING GIRALDA, ISLA CRISTINA

War jetzt auch nicht der Hit - versucht wenn es geht und ihr genügend Zeit habt, CP zu vermeiden, es sei denn, ihr mögt deren geordnete Spießigkeit. Zur Ehrenrettung muss ich aber konstatieren, dass das Personal dort überaus zuvorkommend und hilfsbereit war (mir fehlte ein Adapterkabel für die Stromversorgung - dies sollten die ASCI-Inspektoren bitteschön auch in ihren Berichten erwähnen - das Problem wurde schnell gelöst). Auch hier hatte das im Führer erwähnte Bistro zwar nicht geschlossen, bot aber nur Tiefkühlkost aus dem Supermercado an. Natürlich sollte man meistens eh die Gastroangebote der CP meiden, aber ich war zu ermattet, den eigentlich kurzen Weg nach Isla Cristina (ca. 1km) noch auf mich zu nehmen. Aber wozu hat man ein solches Luxus-Womo - es gab Tortellini Arabbiatica versus Insalata Mista. Beides war so la la, beruhigte aber die Magenwände und Amy hatte einen leckeren Nachtisch. Zunächst noch sternenklar, zogen Wolken auf und ich beschloß die Sitzung im Freien zu beenden und nach innen zu verlegen, nicht ohne alles schon einzupacken, damit der Weiterreise nicht im Wege steht. Gute Entscheidung! 10 Min. später fing es an zu regnen und hörte bis zum frühem Morgen nicht auf.

04.11.2016

 

Musste an diesem Morgen an einen legendären Sketch mit Dieter Krebs und Iris Berben denken:

 

Sie zu ihm: "Weißt Du Herbert, als ich heute morgen aus dem Fenster schaute, graute der Morgen".

 

Er von der Zeitung aufblickend: " Dem Morgen".

 

Heute also der nächste Grenzübertritt.

Schlagartig, im wahrsten Sinne des Wortes, änderte sich der Komfort im Fahrzeug. So schnell konnte ich gar nicht reagieren, um alle Löcher der Fahrbahn zu umfahren. Wehe dem, der vor Abfahrt nicht einen gründlichen Check durchgeführt hat, ob auch wirklich alle Schubladen im Womo geschlossen und bewegliche Teile gesichert sind.  Erinnerungen an die ungezählten Fahrten durch die DDR wurden wieder wach.

Mein Navi war so eingestellt, mautpflichtige Straßen zu vermeiden. In Portugal unnötig. Ich bin, wie es sich für einen Deutschen gehört, auf der IP 1 brav rechts auf eine der drei Spuren gefahren, wo Kameras das Nummerschild fotographieren und man dann seine Kreditkarte an einem Terminal durch einen Schlitz ziehen soll. Nach zehn Versuchen war ich schon am verzweifeln, weil jedesmal eine Fehlermeldung erschien. Bis ein nachfolgender Portugiese mir gestikulierend klar machte, einfach weiter zu fahren. 2 km weiter dann lotste mich meine Navi von der Autobahn. Für die letzen ca. 160 km bis zu meinem Tagesziel Budens benötigte ich ungefähr 4 Stunden. Aber als Womo-Fahrer ist man ja nicht auf der Flucht ;-))

Angeblich muss kein Ausländer Maut zahlen und tut es wohl auch nicht, es sei denn, er ist so uninformiert wie ich. Meine Freundin in Budens musste lachen, als ich ihr meine Verzweiflung schilderte. 

Rückblickend aber kein wirklicher Nachteil, denn ich habe in Olhao meine deutschen Alu-Gasflaschen auffüllen lassen können (2 Std. Wartezeit) und damit Muße gehabt mir Faro anschauen zu können.

Diese "Kunstwerke" hätte ich sonst nicht entdeckt

Und diese Momentaufnahmen nicht festhalten können ...

Gegen 16 Uhr erreichte ich dann Budens ...

... und checkte auf dem seit zwei Jahren in Figueira existierende Stellplatz ein (1,5 km von Budens entfernt)

 

Figueira Caravan Park

N 37° 4' 23.88"

W -8° 50'43.656"

Rua da Fonte n° 6A

8650-161 Figueira - Budens

Super nette Betreiber  - noch ein Geheimtipp.

Es gibt WC und Duschen sowie zwei Waschmaschinen. V/E am Eingang des Platzes - vorbildlich!

Übernachtung: 7,- € incl. V/E zzgl. 0,25 Cent/Kw

 

 

Nächste Bar und Restaurant: 200 Meter entfernt.

Sofort ausprobiert. Die besten  Tiger Prowns meines Lebens, ein super Wein - und das für nothing. War in eine Familienfeier reingeraten. Portugiesische Gastfreundschaft PUR.

Den Abend lang bei einer guten Flasche Wein die vergangenen Jahre Revue passieren lassen und den morgigen Tag geplant - in unserem Alter immer ein Wagnis!

05.11.2016

Denn es kommt meistens anders als gedacht. Am Morgen schlechte Nachrichten aus Deutschland, die meine Freundin sehr beunruhigen. Also habe ich mich erstmal alleine auf den Weg gemacht, eigentlich nur um eine neue SIM-Karte zu erstehen. Ziel: Lagos

Ergebnis: Keine SIM-Karte, aber wunderbare Bilder vom Südzipfel Portugals. 

06.11.2016

 

Ich habe das Paradies gesehen ;-))

Heute öffnete meine Freundin Angelika für mich die Pforten zu Ihrer Hazienda.  Nach einer abenteuerlichen Fahrt mit dem Womo auf unbefestigter Piste, quer durch die Pampa, plötzlich ein letzter steiler Anstieg und dann das ...

Bild 1-4 Haupthaus

Bild 5-6 Ferienhaus oberhalb des Haupthauses, ca 100 m entfernt.

Bild 7 Dieser Baum musste weichen, da er die Terrasse verschattete

"Nele" der Hund meiner Freundin, darf hier natürlich nicht unerwähnt bleiben.

Das möchte ich Euch nicht vorenthalten (hoffe damit nicht die Privatssphäre meiner Freundin zu verletzen)

 

Gibt es etwas Schöneres, als gemeinsam die Morgenzeitung zu lesen und den vergangenen Tag abzuhaken ?

Mit diesem Blick aus unserem "ChacaWomo" begann der heutige Tag.

07.11.2016

Direkt vom Stellplatz führt ein Weg zum Meer. Erst unbefestigt, dann ein kurzes Stück asphaltiert wird er immer schmaler. Die ersten Meter bin ich noch mit dem Fahrrad gefahren, habe es dann aber abgestellt - mit einem Mountainbike kein Problem. Nach 7-minütigem Fußmarsch öffnete sich der Pfad ...

... und das nächste Paradies tat sich auf. Amy war nicht mehr zu halten. Im Vordergrund ein kleiner Süßwassertümpel, der offensichtlich aus einer in der Nähe befindlichen Quelle gespeist wird. Im Hintergrund schon der Atlantik zu sehen.

Glück ist: Solche Momente erleben zu dürfen. Amy und ich hatten eine Bucht für uns ganz alleine

Service am Stellplatz:

 

Hast Du Haare auf die Ohren, hier gibt es eine nette, junge Deutsche, die mit ihrem mobilen Hairstudio alle Probleme löst. Massagen bei ihrer Freundin können auch gebucht werden.

Der Tag endete, wie er begann, Jetzt gehe ich essen!

Bar und Restaurant - 200m vom Stellplatz entfernt -

Es gab "Piri, Piri" (scharfes Hühnchen) und war hervorragend!

08.11.2016

 

Hier endet der erste Teil meines Blogs von der Reise nach Spanien und Portugal (mit einem Bild vom heutigen Tagesbeginn und der netten Stellplatzbetreiberin)

 

Morgen geht es den umgekehrten Weg zurück nach Andalusien auf den wunderschönen Stellplatz in Vera. Natürlich nicht ohne eines Besuches von Granada und der Sierra Nevada. Ab Sonntag, den 13.11.16 werde ich wieder berichten.