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Die Reise geht los ...

... aber nicht nach Sizilien wie geplant, sonder nach GRIECHENLAND, genauer gesagt auf die Pelepones.


Vorbereitungen

Zunächst wurden alle notwendigen technischen Arbeiten am Fahrzeug erledigt:

 

- Ölwechsel einschließlich Wechsel aller anderen Filter

- Einbau DAB-Radio von Blaupunkt

- neue Starterbatterie (mehr dazu später)

- neue Doppellinsen-Rückfahrkamera

- Dichtigkeitsprüfung aller Wasserleitungen 

- etc.

 

Beladung des Fahrzeuges (Checkliste) folgte und anschließend noch mal wiegen. Das Ergebnis war grenzwertig. Was zu Hause lassen?

 

Gattin und Hund wollten unbedingt mit, also flogen andere Dinge wieder raus. 

 

Eine Woche vor Abfahrtsbeginn startete der Motor nicht ! Tiefenentladung der neuen Starterbatterie - aber warum?

 

Fehlersuche nach dem Ausschlußprinzip. Übrig als Grund blieb eigentlich nur der neue Booster, der unsere Wohnraumbatterie (200Ah LifeYPo von Fraron) während der Fahrt laden soll. Nach mehreren Telefonaten mit der Firma, die für den Einbau verantwortlich war, herrschte weiter Unklarheit. Sicher war nur, dass zwischenzeitlich Strom aus der Starterbatterie gezogen wurde! Nach 2 Monaten also erneuter Austausch der Starterbatterie. Diesmal wurde zusätzlich aber ein "Natoknochen" mit verbaut, so dass im Stand die Batterie abgeklemmt werden kann. Nur eine Zwischenlösung, aber besser als die gebuchte Fährpassage von Ancone nach Igoumenitsa verfallen zu lassen. Dennoch starteten wir am 26. April mit einem mulmigen Gefühl.

 

 


1. Etappe Marburg - Rotenburg o.d.T.

Dort liefen wir nach einer stressfreien Fahrt am 26.4. gegen 16 Uhr auf dem städtischen SP ein. Nur unweit von der Altstadt gelegen, bezogen wir dort unser Nachtquartier, natürlich nicht ohne einen kleinen Stadtbummel und einem etwas früheren Abendessen in einem der zahlreich vorhandenen Gasthäuser. Schon zu dieser Zeit auffällig viele Touristen aus dem asiatischen Raum. Wie das wohl in den Sommermonaten zugeht?

Leider war die Auswahl des Restaurants ein Griff ins Kl...

 

Kalauer des Tages

Ein vorbeikommender Einheimischer fragte nach, ob es gemundet habe. Auf unsere entsprechende Antwort erwiderte er, sie kämen öfters hier her und es sei ihnen bisher immer bekommen !



2. Etappe Rothenburg - Füssen

Nach einem kurzen Zwischenstopp in Sulzemoos, wo wir noch Ersatzteile für unser neues Bike Holder System abholen mussten, liefen wir dann am 28.4. gegen 15 Uhr den Camperstopp in Füssen an.

 

Gegen 18 Uhr machten wir uns auf den Weg zu einem nahe gelegenen "Griechen", um uns noch einmal auf unser Ziel kulinarisch einzustimmen.

 

Passte.


3. Etappe Füssen - Reschenpass - Glurns

Bei gutem Wetter war der Reschenpass am nächsten Tag schnell erreicht und wir passierten gutgelaunt die Grenze zu Italien. Südtirol zu erleben, ist immer wieder ein Genuß.

 

Wir verließen die Hauptstrecke und bogen ab Richtung Glurns, wo ein CP extra Wohnmobil-Plätze vor der eigentlichen Anlage offerierte (mit Duschen und Toiletten für 15 Euro die Nacht).

 

Nebenan befand sich ein als Berghütte getarnter Imbiss, wo wir in der Abendsonne eine zünftige Vesper einnahmen (incl. Obstler auf Einladung der Wirtin). 

 

Zufrieden bezogen wir unser luxeriöses Nachtlager


4. Etappe Glurns - ?

Eigentlich wollten wir in Riva del Garda auf einem SP eine Nacht verbringen, hatten aber den 1. Mai vollkommen verdrängt. Massen schoben sich durch das Städtchen hindurch und bevölkerten die Promenade. Sämtliche Stellplatzmöglichkeiten incl. Campingplätze waren ausgebucht. Also, Flucht nach vorne und Weiterfahrt. Auf der Höhe von Lazise erspähten wir von der Autostrada aus, zwei kleine Seen, incl. Kneipe?

 

Nächste Ausfahrt raus und den Platz angefahren. Das Gelände gehörte wohl zu einem Fischereiverein und darauf befand sich das "Ristorante Pizzaria Due Laghi".

 

Ein Volltreffer! Übernachtung kein Problem und die abendliche Pizza war der Hammer.

 

Schreck am Morgen - die Starterbatterie zeigt erneut Ermüdungserscheinungen. Abbruch der Reise ? 

 

Wir wagen das Unmögliche und beschließen die Weiterfahrt bis Fano, um uns von dort aus erneut telefonisch mit der Firma Fraron in Schöllkrippen zu beraten.

5. Etappe Lazise - Porto Garibaldi

Schreck am Morgen. Die Starterbatterie schwächelt erneut besorgniserregend. Das bekannte Problem. Mittlerweile hat sich auch der Schließmechanismus der Aufbautür verabschiedet. Irgendwie ist der Wurm drin.

 

Todesmüde beschließen wir dennoch die Weiterfahrt zum CP Mare e Pineta am Lido di Spina und treffen dort am späten Nachmittag ein. Die erste Tat - Womo an Landstrom, eine Kleinigkeit essen. Danach "Kriegsrat" mit dem Ergebnis, wir geben nicht auf.


6. Etappe Porto G. - Fano

Am 1. Mai starten wir Richtung Fano. Dort wollen wir den kostenlosen Stellplatz,  direkt an der Altstadt gelegen, ansteuern. Diesmal wollen wir keine Maut sparen und nutzen die Autostrada Richtung Ancona. Der Gegenverkehr, bzw. deren Nutzer tun uns leid. Über 200 km Stau. Ein Womo reiht sich an das Nächste. Rückreiseverkehr der Italiener!

 

In Fano angekommen, begeben wir uns alsbald in das Städtchen. Ein wunderschöner Markt überrascht uns dort. Schnell wandern ein paar Kleinigkeiten (Wein, Käse, Leinenhemden) in unsere Taschen und erleichtern zugleich unseren Klingelbeutel. 

Auch den 2. Mai verbringen wir in Fano. Beim morgentlichen Bummel über den Markt (es ist Mittwoch, also Markttag in Italien) endeckt Carola einen Stand mit wirklich hochwertigen italienischen Herren-Leinenhemden. Auch für Thomas in Berlin erwerben wir ein Exemplar.

 

Noch wichtiger heute aber war ein längeres Gespräch mit der Firma Fraron in Deutschland. Unser Batterieversorgungsproblem kann nur durch den neu eingebauten Ladebooster verursacht worden sein. Also habe ich zunächst mal das Teil vom Netz genommen, sprich die Sicherung entfernt und alle Verbindungen zur Versorgungsbatterie gekappt. Bis zum Ende unserer Reise werden wir jetzt zwar auf das Laden der Batterie während der Fahrt verzichten müssen, aber es wird kein Saft mehr aus der Starterbatterie gezogen. Ärgerlich zwar, aber zu verschmerzen. Gehen mal optimistisch davon aus, dass wir in den nächsten Wochen genügend Strom über unsere Solaranlage produzieren können.


7. Etappe Fano - Ancona

Am Morgen des 3. Mai beschließen wir Fano mit Ziel Fährhafen Ancona zu verlassen. Gegen Mittag erreichen wir Ancona bei ständigem Nieselregen. Die beiden offiziellen SP sagen uns nicht zu. Wir werden versuchen, auf dem Check-In Gelände zu übernachten, obwohl wir gehört haben, dass dies schwierig werden könnte. Dort angekommen, stehen schon über 8 Mobile, die offensichtlich ähnliches vorhaben. Also machen wir es uns gemütlich (einen Stadtbummel bei dem Mistwetter schließt sich für uns von selbst aus) und harren der Dinge ...

Zunächst umkreisten diese drei Herren unser Mobil mit anerkennenden Blicken und Daumen Hoch Zeichen. Wir luden sie spontan zur Besichtigung ein und boten anschließend einen Grappa an. Währenddessen bereitete Carola bereits überbackenen Toast vor. Ergebnis der Grapparunde war, dass der Chef Dimitri (1.v.r.) seine Jungs anwies, den Grill anzuschmeissen. Alles was sie an Essensvorräten hatten (Mortadella, Tomaten, Schinken, etc.) wanderten in die Pfanne und verbreiteten alsbald aserbeidchanischen Essensduft. Die drei exportieren regelmäßig Gelati aus Italien in ihr Heimatland. Es wurde ein feuchtfröhlicher Abend, mit jeder Menge Wodka und Grappa und einem jähen Ende...


Gegen 23 Uhr rüttelte mich Carola aus dem Tiefschlaf. Ein Wachmann des Check-In Geländes hatte heftig gegen das Mobil gehauen und dazu aufgefordert, sofort das Gelände zu verlassen. Wäre ich an diesem Abend allein im Mobil gewesen, hätte man ein Abschleppunternehmen für den Abtransport bestellen müssen. 

 

Innerhalb weniger Minuten kurvten dann über 10 Mobile im Hafengelände auf der Suche nach einem passablen Stellplatz herum. Den idealen gab es eh nicht, also haben wir uns einfach irgendwo fern von LKW's hingestellt. Kurze Zeit später parkte sich ein 12to Kühlfahrzeug direkt hinter uns ein. Frage mich, wie die Fahrer dies auf Dauer aushalten.

8. Etappe Ancona - Igoumenitsa

04.05.2018

 

Unser Fährschiff liegt bereit. Einschiffung ab 11:00 Uhr. Geplante Abfahrt 13:30 Uhr. Wir stehen als erstes Wohnmobil in 1. Reihe. Fataler Entschluss, denn wir ergattern dadurch zwar einen Freistehplatz, aber direkt über dem Antrieb. Unser Womo wird während der Überfahrt in ständiger Bewegung sein, von den Geräuschen ganz abgesehen.

 

Aber wir sind ja nicht zum Vergnügen hier ;-))

 

Das Schiff selbst bietet jeglichen Komfort, bis hin zu wirklich sauberen Sanitärbereichen, einem Self-Service- und a-la-Card Restaurant. Daneben etliche Sonnenterrassen mit Tischen und Stühlen, wo auch geraucht werden darf.

 

Dennoch würden wir vom Speise- und Getränkeangebot abraten. Zu schlecht und zu teuer. Brauchen wir aber eh nicht - wir haben eine Camping- on-Board Passage gebucht. 


9. Etappe Igoumenitsa - Arillas

Am Morgen des 5. Mai erreichen wir nach einer stürmischen Nacht (Regen, Gewitter, Hagel) pünktlich  gegen 8:00 Uhr den Hafen von Igoumenitsa.

 

Schnell noch getankt und los geht es Richtung Arillas, wo wir einen ersten SP anlaufen werden.



Gegen Abend trafen dann Ulla und Friedhelm (aus dem Landkreis Gütersloh) mit ihrem Womo ein, die wir schon kurz am Fährhafen von Ancona kennengelernt hatten. Auf der Terrasse genoßen wir dann gemeinsam den traumhaften Ausblick und das weniger traumhafte griechische Essen unseres Gastgebers. Leider entsprach auch die Ausgestaltung des Platzes nicht ganz unserem Geschmack. Daher war schnell klar, dass wir am nächsten Tag weiterreisen würden.

 

Schön und lustig dagegen war die Begegnung mit der Hündin des Platzbetreibers (der übrigens lange in Nürnberg gelebt und gearbeitet hat) und ihren sechs, gerade einmal 6 Wochen alten Welpen.


10. Etappe Arillas - Ritsomylou

Auf dem Weg zur Autobahn Richtung Patras trafen wir auf der Landstrasse zunächst auf dieses prächtige Exemplar.

 

 


Weiter ging es auf der E55 bis Arta und dann weiter auf der A5. Toll ausgebaute Strecke, die wir völlig entspannt zurücklegten, trotz des immer wieder einsetzenden Regens. Ungefähr alle 5 Minuten wurden wir von einem Kfz überholt - so soll es sein!

Ein kleiner Höhepunkt folgt ...

... Die Fahrt über die neue Andirrio-Brücke nach Patras hinein.

Am Ortsrand von Patras angelangt, verlassen wir die Autobahn, wenden uns nach links und fahren die alte Landstrasse Richtung Egio. Links von uns verläuft die Meeres- und Bahnlinie, rechts die neue A5. Mautgebühren ca. 35,- €uro


Als hätte er uns schon erwartet, werden wir überaus freundlich vom SP-Betreiber Ioannis begrüßt und eingewiesen. Nachdem wir erklärten, schon ein paar Tage bleiben zu wollen, können wir mit direktem Meeresblick einparken.

 

 Ein TRAUM


Es ist der 6. Mai 2018 und an der Zeit, dem Geburtstagskind(Mann) Thomas zu seinem 66. zu gratulieren.

 

Die nächste Flasche Wein geht auf Dich !


Wir beschließen, die nächsten Tage hier zu bleiben, zu relaxen und kleinere Reparaturen am und im Womo durchzuführen, aber vor allem uns von Ioannis Frau kulinarisch verwöhnen zu lassen, denn sie kocht sensationell.

Kleiner Nachtrag - am gleichen Abend tauchten auch wieder Ulla und Friedhelm auf und schlugen ihre Zelte hier auf. Wir grüßen Euch auf diesem Weg und wünschen eine gute Reise.


10.05.2018   Vatertag

 

Alles erledigt. Der Reisebericht ist nun auf aktuellem Stand. 

 

Morgen geht die Reise weiter Richtung Korinth.


11. Etappe Ritsomylou - Ag. Korinthos

Sonnenaufgang am 11. Mai 2018. Heute wollen wir weiter fahren Richtung Korinth. Nach einem ausgiebigen Frühstück geht es gegen 9 Uhr los, natürlich nicht ohne uns noch herzlich von Ioannis und seiner Frau zu verabschieden. Im Gepäck ihre herrliche Rosenmarmelade aus eigener Herstellung.

 

Unsere Fahrt wird uns heute über die alten Landstrasse, parallel zur A8a und dem Meer, über Diakopto, Akrata, Xilokastro, Kiato bis Arh. Korinthos führen.


Wir nähern uns dem heutigen Ziel: Akrokorinthos.

 

Auf 575 m Höhe tront eine byzantinische Burganlage hoch über dem Golf von Korinth. Neben antiker Bauweise, lassen sich ebenfalls noch Reste fränkischer, venizianischer und türkischer Baukunst  entdecken. 

 

Der Blick von dort auf den Golf von Korinth ist überwältigend.

Den Berg wieder runter passieren wir eine alte, reichverzierte Brunnenanlage aus türkischer Zeit und füllen unsere Frischwasservorräte auf.

Da es erst 14 Uhr war, beschlossen wir noch einmal die paar Kilometer runter zum Meer zu fahren, optimistisch genug dort eine Taverne direkt am Meer gelegen zu finden, um dort ein verspätetes Mittagsmahl einzunehmen. Nach ca. 5 km erreichten wir LEHEO, welches wir schon zuvor durchfahren hatten. Ein paar Minuten später hatten wir den Ort unsere Begierden gefunden. Carola aß eine Portion Kebab (giechische Version einer Schweinelende - insgesamt 6 zarte Stücke, incl. Pommes) und ich eine gemischte Grill-Fischplatte vom Feinsten. Dazu wurde geröstetes Toastbrot, gewürzt mit Olivenöl und Majoran gereicht. Mit einem Liter Weißwein und köstlichem Gebirgswasser spülten wir alles herunter - dass alles für 24,40 €


Nun war es Zeit ein Plätzchen für die Nacht anzusteuern. Also zurück nach Akrokorinthos auf den SP Camperstop Korinth. Dieser befindet sich am Ortsrand, nur 400 m vom Zentrum entfernt und bietet alle Annehmlichkeiten wie WC, Duschen, Strom (wer will), VE und Frischwasser. Daneben kann man von den über 80-jährigen Betreibern Olivenöl, sowie Weine aus eigener Herstellung erwerben. Haben wir natürlich sofort wahrgenommen. Darüber hinaus wurde unsere Wäsche mit einem Motorroller in den Ort verbracht. Morgen Vormittag erfolgt die Rücklieferung.


12.05.2018

 

Aufwachen im Paradies !


Nach einem schmackhaften Frühstück "klingelte" es an der Haustür. Die Wäsche wurde angeliefert (gewaschen, getrocknet und gebügelt). 

 

Für diese Dienstleistung mussten wir 10,- € berappen.


Danach statteten wir dem kleinen Städchen nebst Ausgrabungsstelle einen Besuch ab. Hauptsächlich besteht der Ort aus einem Sträßchen und einem Kirchplatz, der hauptsächlichen von den Touristenströmen zu leben scheint. Schon gegen 11 Uhr standen oberhalb des Eingangs der Ausgrabungsstätte unzählige Busse und spuckten entweder ihre Insassen aus, oder sogen sie wieder wie ein Schwamm ein. Alle außen aufgestellten Spreisekarten waren dreisprachig (Griechische, Englisch, Deutsch) gehalten und bebildert. Uns war sofort klar, heute wird im Womo gekocht! Entsprechend gestaltete sich der weitere Tag. Noch ein paar Kleinigkeiten fürs Menü besorgen und relaxen. Natürlich klang der Tag bei einem guten Gläschen Wein aus.


So ein Bild darf natürlich auch nicht fehlen. Ein Womo aus Füssen, Jahrgang 1964.


12. Etappe Ag. Korinthos - Korfos

Auf dem Weg zu unserem heutigen Ziel ist der Isthmos von Korinth natürlich ein Muss!

 

Zwischen 1881 und 1893 erbaut mißt er in seiner Länge 6,3 km und auf der Höhe seines Wasserspiegels nur 23 m bei einer Tiefe von 8 m.

 

 

 

 

 

 

Nach einem schmackhaften 2. Frühstück (Gruß an unsere Schweizer Womo - Alleinfahrerin) mit Blick auf den Kanal setzten wir unsere Fahrt in Richtung unseres nächsten Zieles fort.


Angekommen in der malerischen Bucht von Korfos. Dort bezogen wir direkt neben einer Taverne und dem Meer unser Quartier.

 

E dauerte nicht lange und wir bekamen Besuch von ...

Den Tag über spielten wir ernsthaft (ein Widerspruch ?) mit dem Gedanken in zu adoptieren. Letztendlich entschlossen wir uns, auch Carolas Bauchgefühl folgend, dies zu unterlassen :-(((

 

Am nächsten Abfahrtsmorgen konnte ich ihn noch eine Weile im Rückspiegel beobachten, wie er ungläubig auf der Strasse harrend uns nachschaute.


13. Etappe Korfos - Nafplio

Zunächst besuchten wir das weltberühmte Archea Epidauros/Theater, eine antike Kultstätte des Apollonsohnes Asklepios (immer noch Zunftzeichen der Ärzte).

Ziemlich beeindruckend, wenn man bedenkt, dass dieses Bauwerk im 4. Jahrh. v. Chr. errichtet wurde. Irgendwie bewegt man sich behutsamer, wenn einem klar wird,  gerade auf über 2418 Jahre alten Steinen herumzulaufen.


Nach diesem Ausflug in die kulturelle Vergangenheit Griechenlands fuhren wir weiter auf der 70 über Ligourio zum Hausstrand Karathona von Nafplio. Gegen 11:30 Uhr erreichten wir unser Ziel. Die zahlreichen, von Schulz in seinem Womoführer erwähnten Wohnmobile konnten wir nicht entdecken. Mag der Reisezeit geschuldet sein, aber sicher nicht von Nachteil. Lediglich ein Carthago stand im hinteren Bereich unter Eukalyptusbäumen mit ausgefahrenen Hubstützen und so ordneten wir uns dahinter ein. Tisch und Stühle raus und erstmal frühstücken. Mag dem einen oder anderen etwas spät vorkommen, aber zur Zeit praktizieren wir so eine Art Intervallfasten. Kaum hatten wir unser Frühstück beendet, erschien die Polizei und bedeutete uns, dass hier Camping untersagt sei. Selbst die Übernachtung wollte man uns untersagen. Außerdem musste ich die Fahrzeugpapiere und meinen Perso vorlegen. Akribisch wurden die Daten aufgenommen und darauf geachtet, dass ich sofort wieder die Hubstützen einzog und Tisch und Stühle im Womo verstaute. Auf Nachfrage wurde mir erklärt, dass keine Anzeige erfolgen würde, sie aber meine Daten für ihr tägliches Protokoll benötigen würden. Nachtigall ick hör dir trappsen! Arbeitsnachweis über erfolgreiche Schikanen campingresitenter Wohnmobilfahrer? So what. Komisch nur, mein Münchner Nachbar wurde nicht behelligt. Nachfolgend ein Eindruck der Bucht von Karathona.


Also wälzten wir unser Kartenmaterial und suchten uns ein neues Übernachtungsziel: 

 

Paralia Astros

Kurz vor unserer Ankunft war dort auch die Polizei erschienen und hatte die anderen Womobesatzungen aufgefordert, ihre Bestuhlung drei Meter weiter auf den Sandstreifen zu stellen. Andernfalls würden sie deren Verhalten als Camping bewerten. Da wir davon ausgingen, dass sie heute nicht noch einmal erscheinen würden, bauten wir unsere Sachen auf und genossen einen wunderbaren Sonnenuntergang, begleitet von einem Insalata Mista und einem guten Tröpchen. Im Nachgang ein paar Impressionen und dem Foto ein Flak-Stellung aus dem 2. Weltkrieg.


14. Etappe Astros - Gythio

Gegen 8 Uhr in der Frühe starteten wir in Richtung Tripoli. Unsere Fahrt führte uns ins Landesinnere durch gebirgige Landschaften, immer wieder durch fruchtbare Hochplateaus ablösend, rechts und links von erntereifen Orangen- und Süßkirschhainen begleitend. Einen Großteil der Fahrt verbrachte Carola pflichtbewußt, aber meist schlafend auf dem Copilotsitz, dabei den Bordatlas niemals loslassend. Ging also oft davon aus, sie sei ansprechbar, was sie dann aufwachend mit den Worten kommentierte: "Ich war gerade eingeschlafen".


Sparta ließen wir rechts liegen und fuhren auf der sehr gut ausgebauten A71 weiter bis Githio.

Nicht vorenthalten möchten wir aber das einzig erhaltene Foto von "Spartakus"

Gegen Mittag war dann unser Ziel, der CP Githion Bay erreicht, der etwa 4km vom Hauptort entfernt liegt.

 

Etliche Strandbars und Tavernen säumen den schönen Sandstrand und versprechen abwechslungsreiche Nahrung mit Meerblick.

 

Überwältigt von soviel Abwechslung und Komfort, bin ich gestern (19. Mai) in der Halbzeitpause des Pokalendspiels Bayern M. vs Eintracht Frankfurt  eingeschlafen!  Auf das Ergebnis (Erbarmen, die Hesse kommen ...) werde ich  mir heute Abend genüsslich einen guten Tropfen genehmigen.

 

An dieser Stelle unterbreche ich die aktuelle Berichterstattung, da wir beschlossen haben, hier ein wenig länger zu verweilen.

 

Nachfolgend noch ein paar visuelle Eindrücke vom Platz, dem quirligen Städtchen, einem Einkaufstripp nach Skala und dem vor der Küste von Gythio liegendem Schiffswrack.



Nachtrag 20.05.2019

Dieser CP ist ein Paradies für Männer! Zutritt zu den Spülbecken und dem Waschmaschinenraum ist hier dem weiblichen Geschlecht vorbehalten ;-))


Nachtrag für Interessiert an der griechischen Mythologie ...

Diese mauerbewehrte Mole, am alten Hafen von Sparta in Gythio, führt auf die kleine Insel Marathonissi. Hier verbrachte Paris mit Helena, der Ehefrau des König Melenaos von Sparta, die erste Nacht, nachdem er sie entführt hatte - und löste damit den Trojanischen Krieg aus.

 

An dieser Stelle ein Dank an Reinhard Schulz und Gattin für die vielen Hinweise in ihrem Reiseführer: "Mit dem Wohmobil auf die Peleponnes".

Der Tzannetakis-Turm (obere Bildreihe) beherbergt heute das Museum für Geschichte und Volkskunst der Mani. Darunter ein Blick auf den alten Hafen von Sparta sowie den Leuchtturm.

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Kommentare: 4
  • #1

    Silvia herrmann (Donnerstag, 10 Mai 2018 19:27)

    Hallo ihr beiden Reisenden, es ist schon spannend, euch so verfolgen zu können. Ein paar Wehwehchen gehören ja meist mit dazu, aber ihr lasst euch ja nicht unterkriegen und ich wünsche euch weiterhin eine gute Reise mit vielen tollen Erlebnissen und Eindrücken. Seid also herzlich gegrüßt von Silvia

  • #2

    Cooky (Sonntag, 13 Mai 2018 11:56)

    Tolle Reise das der Bordstrom und die gute Laune Euch nie verlassen möge !

  • #3

    Gerhild (Dienstag, 15 Mai 2018 07:54)

    Mit den tollen Fotos ist das Reisetagebuch sehr gelungen. Freue mich schon auf die nächsten Erlebnisse. Gute Reise weiterhin ���

  • #4

    Gabi (Mittwoch, 16 Mai 2018 22:36)

    Euer Reisebericht macht viel Freude.
    Genießt die Zeit aus vollen Zügen.
    Freue mich auf eure Beschreibungen, wenn wir uns sehen.
    Euch weiterhin eine gute Fahrt und viele traumhafte Eindrücke.
    Eure Gabi