Portugal 2019

"Lost in Fuseta"

Eine Reise auf den Spuren von Leander Lost


Vorbereitungen

Die Vorfreude ist groß. 

 

Eigentlich sollte Portugal warten. Aber nachdem ich die Trilogie über Leander Lost verschlungen hatte, war klar, es muss wieder Portugal sein.

 

Vorher sollten die Polster im Womo aber noch ein neues Gewand erhalten. 

Hier das Ergebnis - Vorher/Nachher


Bin von der Wertigkeit des Leders und den Handwerkskünsten der Mitarbeiterinnen der Firma "Die Maßschneider" aus Kehlberg in der Vulkaneifel beeindruckt und begeistert zugleich. Danke !!!

 

Kann nur jedem raten, der Ähnliches vor hat, sich an diesen Betrieb zu wenden. Das Preis/Leistungsverhältnis überzeugt.


26.08.2019

 

Zur Zeit steht das Fahrzeug in Lugau i. Erzgebirge und wird durch die Firma von Falk Leonardt auf Vordermann gebracht. Der im Frühjahr entstandene Heckschaden kann nun endlich reguliert werden. Außerdem werden die Toilettenanlage und Markise erneuert und ein Batteriehauptschalter für die Starterbatterie eingebaut sowie die Sat-Anlage auf den neuesten Stand gebracht. Als weiteres Highlight erhalten die Dach und Wohnraumfenster eine Sonnenschutzfolie. Dadurch soll sich die Innenraumtemperatur bis zu 7° Celsius senken lassen. Schau'n wir mal !

Habe soeben erfahren, dass ich unser Womo voraussichtlich am 28.08.19 wieder in Empfang nehmen kann.

 

Muss hier noch unbedingt etwas über die o.g. Firma loswerden:

 

Bin bereits zum dritten Mal dort wegen notwendiger Reparaturen sowie Um-und Einbauten. Selten so einen kompetenten Fachbetrieb kennengelernt. Die Brüder Leonardt verstehen nicht nur ihr Handwerk (Herr Falk Leonardt war früher als Meister bei Carthago in Aulendorf tätig, bevor er sich selbstständig gemacht hat), sondern leisten auch eine hervorragende Fachberatung. Abgerundet wird dies durch ein Preis/Leistungsverhältnis, welches Seinesgleichen sucht !


Es kann losgehen

Konnten heute am 30.08.19 in aller Frühe das Wohnmobil aus Lugau abholen. Nicht nur alle Arbeiten waren vollendet, sogar die Frontscheibe erstrahlte in neuem Glanz. Herzlichen Dank an die Gebrüder Leonardt. 

 

Morgen heißt es die letzten Dinge im Womo verstauen und die Reise kann beginnen. Halt - einen Termin muss ich am Montag dann noch in Marburg wahrnehmen. Mein alter und lieber Schrauber Daniel wird sich noch mal um meinen Tank kümmern. Beim letzten Tankvorgang hatte ich plötzlich eine kleine Diesellache unterm Wohnmobil.

 

Entwarnung! Tank scheint dicht zu sein. Nach Rücksprache mit meinem Schrauber fahre ich morgen los. Für den Notfall hat sich mein Chefmechaniker bereit erklärt nach Spanien zu kommen und den hoffentlich nicht auftretenden Schadensfall zu beheben. Daher kann er sich zunächst auf die faule Haut legen (siehe Foto).

Mein "Chefmechaniker" Daniel irgendwo in der Nähe von Marburg an einem See.

 

Kontaktanfragen sinnlos - ein solches Juwel gibt man nicht her !


01.09.2019 Leipzig - Auerbach i.d. Oberfalz

Start in Leipzig um 10 Uhr. War nur Dank der aufopferungsvollen Hilfe meines holden Weibes (Carola) möglich. Wäsche musste vorher gewaschen und zum Teil gebügelt werden. Letzte Einkäufe wurden getätigt und gestern Abend wurden noch Rouladen und Gulasch eingeweckt sowie die Navisoftware auf den neuesten Stand gebracht. Danach die Checkliste abarbeiten - und tatsächlich, es scheint alles an Bord zu sein. 

 

1. obligatorischer Halt an der A9 an der ältesten "Deutschen Raststätte" von 1928. Thüringerwurst-Verkauf über den Zaun !


Danach weiter zum heutigen Etappenziel dem Stellplatz Gast-

stätte Schlupfloch.

 

Sehr netter Empfang. Hier werde ich heute Abend unter einer alten Kastanie speisen.


Ein wunderbar ruhiger Ort. Unmittelbar in der Nähe gibt es sogar einen kleinen Badesee. Auerbach selber ist ca. 2km entfernt und schnell erreichbar. Unsere Hündin Amy hat ihren Spaß und ein tolles Auslaufgebiet. 

 

Besser hätte die Reise nicht beginnen können. Vielleicht sollte ich heute Abend auf die Bekanntgabe der Wahlergebnisse in Sachsen und Brandenburg verzichten. Sonst schlägt mir noch das Essen auf den Magen !


Ich kenne mein Womo in- und auswendig ...

... dachte ich. Mit Sonnenuntergang Beleuchtung an - nix wars mit Gemütlichkeit. Betätigte ich einen Schalter für die LED's der Wohnraumgruppe ging gleichzeitig die Beleuchtung im Schlafraum aus, usw . Jetzt war das Fahrzeug 1 Woche bei meinem Carthagohändler und schon wieder neue Probleme! Laut Carthago Bordbuch soll das Fahrzeug über einen gesonderten Sicherungskasten für die 12V-Versorgung verfügen. Nur wo? Im in der Heckgarage befindlichen werden nur die Stromkreise für Klima, Alarmanlage, etc. aufgeführt mit dem Hinweis, die Verbraucher im Wohnteil seien durch eigene Sicherungen abgesichert.  Abgesehen davon muss es ja eine Ursache für die Störung geben! Auch der Schieber der neuen Keramiktoilette ließ sich nicht mehr elektrisch öffnen und schließen. Heute morgen 5:30 Uhr aufgewacht und gedanklich zum Ergebnis gekommen, entweder reise ich so weiter und riskiere vielleicht weitere Kurzschlüsse oder ich fahre 187 km zurück zu meinem Händler in Lugau und trete ihm sowas auf die Füße. Gesagt - getan. Um 8 Uhr stand ich in Lugau auf der Matte. Zunächst ungläubiges Erstaunen über unser so baldiges Wiedersehn. Da die neue Markise eine neue, zusätzliche LED-Beleuchtung erhielt, vermutete der Meister, dass nur beim Anschluß eine Sicherung rausgesprungen sein könne. Sein erster Weg führte zum Sicherungskasten in der Heckgarage, wo eine Sicherung grell aufleuchtete !!! Warum hast Du nicht einfach angerufen? Morgens um 6 Uhr fragte ich ungläubig. Och entgegnete der Meister mir, mich haben schon Kunden um 4 Uhr aus dem Bett geklingelt!

 

Und die Moral von der Geschichte?

 

 

Folge deinem ersten Impuls und schaue nicht vorher im Bordbuch nach. 


02.09.19   Freiburg, oder was ?

Bin ja nicht auf der Flucht.

 

Durch das Hin- und her Gefahre hatte ich gegen 13 Uhr schon 400 km auf dem Tacho. Manchmal wird man ja im Alter tatsächlich auch klüger. Kurze Rast und die App "StellplatzRadar" von Promobil gecheckt. Und hier bin ich gelandet: Kostenfreier SP Mainlände in Eltmann mit V/E und Stromanschluss wer diesen benötigt. Rechts und links von mir "alte Wohnmobil-Hasen" Hab die Wahl zwischen einem trockenen Franken rechts von mir, oder einem leckeren Grau-Burgunder links von mir. Die Welt ist schön!


3. September 2019    Freiburg i. Breisgau

Wegen Staumeldungen leitete mich das Navi zunächst Richtung Schweinfurt und dann auf die A5 Richtung Karlsruhe / Freiburg. Mehrer Großbaustellen u.a. in Würzburg ließen die LKW-Caravane auf der rechten Spur auf unermessliche Kilometer anwachsen. Natürlich scherte dann und wann auch einer auf die Mittelspur (Verbote sin etwas für Ängstliche) aus und der Verkehr kam fast zum Erliegen. 

 

Nach 402 gefahrenen Km kam ich die Ruhe selbst gegen 14 Uhr auf dem Stellplatz in der Bissierstr. in Freiburg an. Es gibt ihn tatsächlich immer noch - aber nur noch bis Ende 2020. Dann muss er einem Bauvorhaben des Oberbürgermeisters weichen. Schade, ist er doch für mich und sicher auch für viele andere ein beliebter Übernachtungsplatz auf dem Weg in den Süden.


Gegen 18 Uhr immer noch angenehme 26° Celsius. Also Fahrrad raus und zum Italiener.

 

Das Essen dort und hier vor allem die Holzofen-Pizza genießen laut Bewertungen bei den Besuchern und Besucherinnen eine hohe Wertschätzung. 

 

Ich versteige mich nach dem Genuß einer solchen zur Behauptung, sie kann mit der angeblich weltbessten Pizza aus Napoli (L'Antica Pizzeria da Michele) mithalten.


Den Abend ließ ich dann noch bei einem Glas "Pecorino" ausklingen und beschloß, den nächsten Tag in Freiburg einen Ruhetag einzulegen, aber auch noch ein paar Kleinigkeiten bei Fritz Berger Campingbedarf einzukaufen.

 

Am Donnerstag geht es dann weiter Richtung Frankreich.


4. September - Ruhetag

Wie es sich für einen Ruhetag gehört, begann der Tag mit Putzarbeiten im Wohnmobil, Einkäufen bei Lidl und Fritz Berger Campingbedarf. Zurück auf dem SP ging es zur Versorgungsstation Toilette entleeren, Abwasser entsorgen und Frischwasser tanken. Danach Homepage aktualisieren, Emails checken, Kontostand prüfen, wichtige Telefonate führen, die Frau beruhigen (... ja Schatz, mir geht es gut und ja, du fehlst mir) und zwischendurch mit dem Hund Gassi gehen, etc...

 

Zur Belohnung ging es dann am frühen Abend zum Griechen. Es sollte der Höhepunkt eines geruhsamen Tages bei immer noch 27° Celsius werden. Rückblickend bleibt rätselhaft, wie ein solches Lokal überleben kann. Der Chef stand zunächst ca. 10 Min. ein paar Meter von mir  entfernt (auf der Terrasse) telefonierend, Bier trinkend und immer wieder seine ausgehende Zigarette anzündend neben mir und dabei reflexartig wiederholend den Daumen hebend in meine Richtung zeigend. Bestellte zunächst einen viertel Weißwein mit zwei Eiswürfeln und einen Aschenbecher. Der Wein kam ohne Eis, der Aschenbecher erst auf erneute Nachfrage. Sie möchten essen, fragte er mich. Ja, deshalb sei ich hier, antwortete ich zaghaft. Schon war er weg. Eine Gruppe eines SPD-Ortsvereins (reserviert, aber keiner im Lokal erinnerte sich daran) traf ein und wurde mit großem Hallo begrüßt - spannen die Griechen jetzt einen Rettungsschirm für die SPD auf? 

 

Irgendwann gelang es mir Bifteki mit Reis, Zaziki und Krautsalat zu bestellen. Stand aber so nicht auf der Karte. Es kam ein Teller überquellend mit 3 Bifteki (versteckt unter einer Gemüsesoße) mit Pommes, Reis und Salat sowie ein extra Teller mit Reis, Zaziki und Krautsalat. 

 

Der Hauptteller ging aber anstandslos zurück in die Küche und wurde bereinigt!

Den Uzo gab es dennoch und eine Rechnung über 14 €. 

 

War ein schöner Abschluss in Freiburg.


5. September - Fronkraich ich komme

Zunächst über Mulhouse bis Belfort auf der A36 ging es dann weiter mautfrei , etwas abseits ausgetretener Pfade durch die Regionen DOUBS und COMTE über Besancon bis zum Stellplatz in Dole. Wunderschöne kleine Ortschaften, deren Häuser zumeist in einem hellem, erdfarbigen Braun gehalten sind, erfreuten meine Sinne. 

 

Hier ein paar visuelle Eindrücke ...


6. September 2019  Dole - Massiac

Heute fuhr ich auf den eigenen Spuren meiner Reise vor 2 Jahren. Maut- aber nicht genußfrei, so könnte man den heutigen Streckenverlauf beschreiben. Von Dole  ging es auf der N73 zunächst über Chalon-sur-Saone, dann weiter auf der N80 und N70 bis Paray-le-Monial. Immer wieder tauchten rechts und links der Strasse auf den Weiden die für diese Gegend typischen weißen Rinder(Kuh?)herden auf. 

 

Kurz hinter Vichy wurde es Zeit für eine Mittagspause auf einem der zahlreichen Picknickplätzen entlang der Landstrassen. Auch Amy genoß eine (wirklich) kleine Zwischenmahlzeit und freute sich danach über einen längeren Auslauf.

 

Der D1093 folgend führte mich das Navi  in Riom auf den Zubringer zur ebenfalls mautfreien A75

 

In Frankreich sollte man keinesfalls an sein Gewicht denken. Fast jede Boulangerie und Patisserie, vor allem in den kleineren Ortschaften und Städtchen, sind einen Besuch wert. 


Mein heutiger Übernachtungsplatz in Massiac.

 

Zwar keine Stromanschlüsse (wer braucht die schon) , aber 100 m weiter eine großzügige V/E - Anlage.

Habe ich in Deutschland so noch nie vor gefunden. Daumen hoch !!!


7. September 2019  Massiac - Gruissan Plage

Die Nacht war eine Wohlriechende, denn Amy  schlief entgegen ihren Gewohnheiten unterhalb meinen Nachtlagers. Unregelmäßige Furze zeugten von einer aktiven Verdauung und vernebelten mir Gott sei Dank nach der Pleite gegen die Oranjes (Fußball) schnell die Sinne. 

 

Die Gegend um Narbonne sollte mein heutiges Ziel sein, nicht aber ohne zwischendurch auch mal die A75 verlassend, um das Flair des Zentralmassivs intensiv genießen zu können. So durchfuhr ich u.a. Saint-Flor, wo ich mich erneut mit Köstlichkeiten in einer Patisserie eindeckte.

Danach entschloss ich mich, erstmalig das Viadukt von Millau zu befahren. Immerhin ersparte ich mir dadurch ca. 3 Std. Fahrzeit, denn dies hätte unter Beachtung der 3.5to-Beschränkung einen erheblichen Umweg über Mendes zur Folge gehabt. 

 

Mautgebühr: 16,50 €

Gegen 15 Uhr mein heutiges Ziel erreicht.

 

Aire de Camper Gruissan


8. September 2019   Ja wo isser denn ?

Das fängt ja gut an - die Sonne geht auf!

 

Eigentlich ein ganz annehmbarer Stellplatz aber leider bei dem Wind viel zu staubig. 

 

Also Stellplatz-Radar bzw. ASCI-Führer bemüht.

 

Meine Wahl fiel auf den ****CP La Marende in Argeles-sur-Mer. Beheizter Pool, neues Sanitär und direkt am Meer gelegen. 18,- € die Nacht incl. Strom und WLAN.

Nach knapp 100 km Fahrt den CP erreicht und erstmal eingerichtet.

 

Schöne, teilweise auch schattige Stellplätze, manchmal sogar mit Wasseranschluß ausgestattet, kennzeichnen den Campingplatz.

 

Einziger Minuspunkt: Jeweils nur ein CE-Anschluß an den Stromsäulen. Sonst nur die alten französischen 230 V-Anschlüsse.

 

Wehe dem, der keinen passenden Adapter dabei hat !!!


10.09.2019       Erster Tag ohne Sonnenbrille

Um 6:30 Uhr vom Trommeln des Regens auf das Womo erwacht. 

 

Pünktlich, wie vorausgesagt. Ein Hoch auf meine Wetter-App.

 

Vorausschauend hatte ich am Vorabend alles eingeräumt und die Markise eingezogen. Die Erfahrung in Marburg (eine Böe wirbelte mir die Markise aufs Dach) trägt Früchte! Also weiter Richtung Tarragona.

Spanien

Diese Blicke treffen mich häufiger. Liegt das nun an meinem guten Aussehen oder an meinem Fahrstil ?


Ein Hund muss auch einmal ...

 

gegen 11:15 Uhr fiel mir dies auch ein. Aber weit und breit kein Rastplatz. Also nächste Ausfahrt runter und natürlich falsch abgebogen. Schon nach 100 m wurde mir klar, eine Wendemöglichkeit wird sich so schnell nicht bieten. Die Strasse war exakt so breit wie mein Wohnmobil und führte bei ca. 6% Gefälle fast nur abwärts. Erinnerungen an den "Katschberg" wurden wach.  Und dann lag da ein Baum quer über der Strasse!!!

 

Also die Kettensäge (sollte als Grundzubehör zu jedem Womo werksmäßig dazugehören) rausgeholt und den Weg freigemacht. 

 

Während meiner schweißtreibenden Tätigkeit vergnügte sich Hundi im Unterholz und kam irgendwann "erleichtert" zurück.

Mein heutiger Stellplatz unterhalb der Burgan-

lage von Tamarit.

 

Ein kleines Träumchen, 20 m rechts von mir eine Tapas-Bar, gegenüber das Mittel-

meer und hinter mir ein Sanitärbereich vom Feinsten.



Gleich geht es in die Tapas-Bar und wenn ich noch so lange durchhalte, werde ich mir ein Gläßchen auf das Wohl von Herrn Banner anläßlich seines bevorstehenden Geburtstages hinter die Binde gießen ! A voitre sanitär, wie der Franzose zu sagen pflegt.


Live aus Tamarit / Spanien

11.09.2019  10.02 Uhr Ortszeit